Flora

In den vier Nationalparks (Sarek, Padjelanta, Stora Sjöfallet und Muddus) und im Kebnekaise werden die Vegetationszonen in drei Bereiche (Gürtel) eingeteilt.

Nadelwald

Die große Nadelwaldzone im Bereich des Stora Sjöfallet erstreckt sich in einer Höhe von 498 bis 516 m. Sie ist hier vor allem durch Fichten- und Kiefernbestand charakterisiert. Im Sarek ist nur der südöstliche Teil im Bereich des Rittak-Sees mit Nadelwald bedeckt. Dagegen sind im Padjelanta, Abisko und im Kebnekaise-Gebierge Birken die vorherrschende Baumart.

Der subarktische Gürtel wird von Zwerg- oder Krummbirken gebildet, die große Teile des Abisko, Stora Sjöfallet, Kebnekaise-Gebiet wie auch größere Täler des Sarek bedecken.

Die Baumgrenze des Stora Sjöfallet liegt bei etwa 700 m, die des Sarek fällt sehr unterschiedlich aus. An einigen Stellen beginnt sie bereits bei ca. 500 m, an anderen Stellen sind Birken sogar noch auf einer Höhe von 800 m zu finden. Weitere 150 bis 300 m höher beginnt der Weidengürtel.

Oberhalb dieser Zone liegt der obere arktische Gürtel mit einem Bewuchs verschiedener Kleinpflanzen bis in eine maximale Höhe von 1900 m. In den darüber liegenden Zonen finden nur noch Flechten und Moose geeignete Lebensbedingungen.

Moor

Moore sind in den beschriebenen Gebieten nur sehr wenige zu finden und hier zumeist auch nur in der Nadel- und Birkenwaldregion. Mit zunehmender Höhe nimmt die Ausbreitung der Moore stark ab. Es gibt einige kleine Sümpfe und Flachmoore, während Hochmoore so gut wie gar nicht vorkommen.

Ein großer Teil des Hochgebirges ist von Heideland bedeckt. Häufig wachsen Birken, die die Heide jedoch nur sehr spärlich bedecken. Recht zahlreich vertreten sind in diesem Berech Krähenbeeren sowie die Rentierflechte. Im unteren arktischen Gürtel ist die Zwergstrauchheide sehr stark verbreitet. Am leichtesten zu erkennen ist die Polarheide, deren schneeweiße Blüten im Hochsommer schon von weitem zu sehen sind.

In der untersten Zone der Nadelwälder herrscht vor allem im Vietasvagge des Stora Sjöfallet urzeitlicher Kiefernwald vor. Auch am Rittak-See im Sarek beherschen groß gewachsenen Kiefern, aber auch Fichten das Bild. Der Boden wird überwiegend von Rentierflechten bedeckt. Des weiteren wachsen Moose, Heidelbeeren, Preiselbeeren und die Krähenbeere.

Birken

Bei der Wanderung durch den Nadelwaldgürtel hinauf ins Gebirge sind Birken, Eschen, Espen und schließlich nur noch Birken zu finden. Die nordskandinavischen Birkenwälder nehmen Aufgrund ihrer Lage im Hochgebirge eine Sonderstellung ein,  da man sie in unseren Breiten nur in Tieflagen antrifft, in größeren Höhen vergebens nach ihnen sucht. Im Stora Sjöfallet herrscht an den Hängen von Akka und Kierkau ein äußerst üppiges Birkenvorkommen, dass auch als „Wiesengrund-Birkenwald“ bezeichnet wird. Vor allem jedoch im Rapatal im Berech des Sarek stehen scheinbar endlose Birkenwälder, die an den Südhängen des Sarek-Massivs offensichtlich beste Bedingungen vorfinden. Im Abisko und im Gebiet des Kebnekaise ist die Birke stark vertreten. Der Patjelanta weist nur in der Gegend des schönen Samendorfes Staloluokta ursprünglichen Birkenwald auf, der in dieser Region ansonsten sehr gering verbreitet ist.

An der Südseite des Laddepakte im Sarek durchstreift man einen regelrechten Urwald mit einem recht stattlichen Bodenbewuchs. Neben den Birken wachsen hier verschiedene Weidenarten und viele andere Pflanzen, die teilweise eine beträchtliche Größe erreichen. Hier seien zum Beispiel der Alpen-Milchlattich, Erzengelwurz und verschieden Diestelarten genannt.

Außerdemwachsen hier mehrere Grasarten, große Farne und Moose. Auch sind Heidelbeeren, Krähen- und Preiselbeeren, sowie die köstlichen Multebeeren zu finden.

An den Fluß- und Seeufern nimmt das Weidendickicht enorm zu, so daß eine Wanderung recht beschwerlich wird. Das Dickicht erreicht teilweise eine Höhe von bis zu 3 m. Das Ende so manchen Streckenabschnitts ist kaum auszumachen. Doch je höher es hinauf geht, desto kleiner werden Weiden und Birken, und bald ist die Waldgrenze erreicht.

In den unteren arktischen Regionen ist die Weide niedriger, kommt aber immer noch sehr häufig vor. Die Krähenheide bedeckt fast den ganzen Boden, sie färbt sich im Spätsommer und Herbst in viele verschiedene Rottöne ein und bietet einen wunderschönen Anblick.

"Indian Summer"

Dies ist der sogenannte „Indian Summer“. In dieser Zeit erscheint einem die Landschaft wie gemalt. Am Ende eines langen, erfüllten Wandertages errichtet man sein Zelt auf einer Anhöhe und lässt den Blick über die Heide schweifen, in der sich große Bäche mit schönen Seen und sich talabwärts windenden Flüssen abwechseln.

Flechten

Zwergstrauch- und Grasheiden sind charakteristisch für die mittlere und hochalpine Höhenstufe. Herumliegende Steine werden von Flechten bedeckt. Unterhalb der Gipfel bestimmen nur noch Flechten und Moose die Vegetation. Mir einer großen Farbenwelt reichen sie bis zur Schneegrenze.

Die Pflanzenwelt habe ich hier nur sehr knapp beschrieben. Dem Wanderer oder Trekker fällt jedoch in den unteren Regionen ein unglaublicher Artenreichtum auf, der mit steigender Höhe abnimmt. Es ist interessant, wie im Verlauf einer Wanderung einige Arten immer abnehmen, dann plötzlich ganz verschwinden und andere in Erscheinung treten.